| Strukturoptimierung von Energieversorgungssystemen - am Beispiel von Industrieparks |
| Abk.: sOptimo |
Hintergrund
Aufgrund gestiegener Energiepreise sowie Umwelt- und Klimaschutzanforderungen sollten Energieumwandlungsprozesse effizient, ressourcenschonend und emissionsarm gestaltet werden. Neben der Optimierung einzelner Anlagen bietet insbesondere die betriebliche und überbetriebliche Kopplung von Stoff- und Energieströmen ein bedeutendes Effizienzpotential. Die Prüfung von Energieeffizienzmaßnahmen wird von Unternehmen allerdings vielfach erst dann in Auftrag gegeben, wenn die laufenden Energiekosten bekannt sind. Zu diesem Zeitpunkt sind Maßnahmen zur Effizienzsteigerung jedoch häufig entweder aus infrastrukturellen Gründen nicht mehr umsetzbar oder nicht wirtschaftlich, da die investitionsabhängigen Kosten die Kostenreduktion durch Effizienzerhöhung in diesen Fällen deutlich übersteigen. Werden die Energiekosten dagegen bereits in einem frühen Stadium der Planungsphase bei Neuinstallationen und Erweiterungen von Energieversorgungssystemen berücksichtigt, so können mit oft nur geringfügig höheren Investitionen der Energieeinsatz und somit die Energiekosten deutlich reduziert werden.
Zielsetzungen
Im Allgemeinen ist die Zahl der möglichen Energieversorgungssysteme zur Deckung komplexer Energiebedarfsstrukturen, wie sie in Industrieparks vorliegen, sehr groß. Die Komplexität dieser Systeme entsteht durch die unüberschaubare Vielfalt möglicher Kombinationen und Auslegungen der verschiedenen Versorgungsanlagen. Die Wahl einer Strukturvariante aus der Vielzahl möglicher Lösungen ist äußerst zeitaufwendig. Ferner werden Entscheidungen bei der Planung von Energieversorgungssystemen im starken Maße durch persönliche Präferenzen des Planers beeinflusst: So werden häufig solche Anlagen installiert, mit deren Technologie der Planer besonders vertraut ist. Andere Technologien, die für das Gesamtsystem möglicherweise besser geeignet wären, werden oftmals gar nicht in Betracht gezogen.
Die zu entwickelnde Methodik soll in Softwareprototypen implementiert und von den beteiligten Industriepartnern getestet werden. Durch den Einsatz einer solchen Optimierungssoftware sollen nicht nur bereits bedachte Varianten einer vergleichenden Bewertung unterzogen werden, sondern auch gänzlich neue Varianten entwickelt und in der Bewertung Berücksichtigung finden. Die Software bietet dabei nicht ausschließlich eine Entscheidungsunterstützung im Planungsprozess neuer Produktionsstandorte, sondern sie unterstützt den Planer insbesondere auch bei der Umstrukturierung und Erweiterung bestehender Standorte.
Der Fokus liegt auf der Aufdeckung von Energieeffizienzpotenzialen in Industrieparks. Dabei stehen die verschiedenen Energieformen wie Strom, Wärme und Kälte im Mittelpunkt der Betrachtungen. Weitere Effizienzpotentiale zum Beispiel bei der Abfallverwertung oder der Druckluftversorgung stellen mögliche Erweiterungen dar. Gerade die Energiesysteme von Industrieparks besitzen aufgrund ihrer erheblichen Vielfältigkeit, Komplexität und Energieintegrationspotenziale wesentliche Energieeffizienzpotenziale, die durch eine günstige Verschaltung der Energieversorgungsanlagen der ansässigen Unternehmen ausgeschöpft werden können. Dennoch sollen auch einzelne Unternehmen an separierten Produktionsstandorten von der Anwendung des Werkzeugs profitieren können.
Förderer:
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| Ansprechpartner |
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| Dipl.-Ing. Philip Voll |
| Projektdauer |
| 31.05.2013 |
Projektpartner
Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. (Berlin)
BFT, Aachen
perpendo GmbH für Energietechnik und Verfahrenstechnik, Aachen
Lehrstuhl für Algorithm Engineering, Technische Universität Dortmund
Carpus+Partner AG, Aachen
InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG
Siemens AG