COSiMa: CO2-neutraler Saint-Gobain Industriestandort Herzogenrath – Machbarkeitsuntersuchung

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Schricker, Hendrik © Urheberrecht: Lehrstuhl fuer Technische Thermodynamik der RWTH Aachen

Name

Hendrik Schricker

Energiesystemtechnik

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Aufgrund der ambitionierten und dennoch dringlichen Klimaziele des Pariser Klimaabkommens sind sowohl die Industrie als auch die nationale und regionale Politik zum Handeln aufgefordert. Besonders die energieintensive Industrie mit einem Bedarf an Hochtemperaturwärme steht vor einer großen Herausforderung. Einen wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie kann die Elektrifizierung und Nutzung von Wasserstoff darstellen. Der Glashersteller Saint-Gobain hat sich die Erreichung der CO2-Neutralität bis 2050 zum Ziel gesetzt. Der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik unterstützt das Unternehmen bei diesem Vorhaben.

Ein wichtiger Baustein ist das Projekt „COSiMa – CO2-neutraler Saint-Gobain Industriestandort Herzogenrath“. Im Rahmen von COSiMa werden bis Anfang 2025 die Möglichkeiten eines innovativen CO2-neutralen Glasproduktions- und Glasverarbeitungsstandortes Herzogenrath geprüft, der weltweit zu den Ersten dieser Art gehören wird. Hierzu sollen der Einsatz von grünem Wasserstoff für die Glasherstellung, Energieeinsparmaßnahmen für die Glasweiterverarbeitung zur Automobilverglasung, sowie die energetisch und betriebswirtschaftlich optimale Energienutzung und -erzeugung am gesamten Standort in Zusammenarbeit mit der Stadt Herzogenrath und angrenzenden Kommunen untersucht und modelliert werden. Mit Wasserstoff und erneuerbarem Strom könnten am Standort in Herzogenrath künftig über 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das Vorhaben wird in Kooperation mit Saint-Gobain Sekurit Deutschland, Saint-Gobain Glass Deutschland, dem Gas- und Wärme-Institut Essen sowie dem Institut für Industrieofenbau und Wärmetechnik und dem Institute for Power Generation and Storage Systems der RWTH Aachen durchgeführt.

Der Schwerpunkt der Arbeiten am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik gliedert sich in die Energiesystemmodellierung und -optimierung ein. Die energetische Vernetzung im Rahmen einer smarten Infrastruktur des Industriestandortes hat zum Ziel, eine optimierte Nutzung sämtlicher Energie- und Stoffströme am Standort zu erreichen, um eine auch wirtschaftlich zukunftsfähige CO2-Neutralität zu gewährleisten. Dafür werden innovative Methoden der mathematischen Optimierung verwendet, um die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung industrieller Energiesysteme zu bewerten.

 

Projektdetails

Projektdauer

1. Januar 2022 bis 28. Februar 2025

Förderer

Land NRW, „Programm für rationelle Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen — progres.nrw - Programmbereich Innovation“ (progres.nrw – Innovation)

Projektpartner

  • Saint-Gobain Sekurit Deutschland GmbH
  • Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH
  • Gas- und Wärme-Institut Essen e.V.
  • Institut für Industrieofenbau und Wärmetechnik, RWTH Aachen
  • Insitute für Power Generation and Storage Systems, RWTH Aachen